Der Dienstag ist mein persönlicher Montag. Der schlimmste Tag der Woche. Während es zum guten Ton gehört, sich über den Montag zu beklagen, verspüre ich Tatendrang. Der Wochenstart verspricht neues Glück, die Agenda füllt sich mit Terminen, alles scheint machbar.

Dann kommt der Dienstag. Zäh schleppt er sich dahin und erstickt die gerade erst erblühte Motivation des Vortages im Keim. Die Agenda wird zum Pflichtenheft. Die Freuden des vergangenen Wochenendes sind verblasst, das nächste liegt in unerreichbarer Ferne. Nie scheint die Woche so lang wie am Dienstag. Ein hoffnungsloser Tag.

Dass der Dienstag der unangenehmste Tag der Woche ist, lässt sich ganz einfach an seinem Namen ablesen. Sowohl dem Volksmund nach wie auch etymologisch steckt die Widrigkeit dieses Tages in seiner Bezeichnung: Dienstag, Tag des Dienstes. Das klingt schwer nach Arbeit.

Sprachwissenschaftlich ist diese Erklärung aber nicht korrekt. Der Dienst im Dienstag kommt nicht von der Arbeit, sondern vom germanischen Gott Tyr. Dessen römisches Pendant ist der Mars. Ihm war der Dienstag ursprünglich gewidmet, was am französischen Mardi noch gut erkennbar ist. Mars ist der Gott des Krieges. Was zu beweisen war: Der Dienstag ist ein einziger Kampf.

Text und Foto: Janine Gloor 

20. März 2018

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